Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum
schrieb Viktor Frankl:
Dieser Satz klingt zunächst einfach. Fast beruhigend.
Doch unter Belastung erleben viele Menschen genau das Gegenteil:
Der innere Spielraum wird kleiner. Man funktioniert, reagiert schneller, hat weniger Geduld oder kaum noch Zugang zu sich selbst.
Das Nervensystem versucht, Energie zu sparen und Kontrolle zu behalten. Gerade in Zeiten von Dauerstress wird bewusstes Innehalten schwieriger. Viele Menschen kennen das Gefühl: „Ich bin nur noch am Reagieren.“
Frankls Gedanke ist deshalb nicht naiv. Er beschreibt keine perfekte Gelassenheit. Sondern die menschliche Möglichkeit, auch unter schwierigen Bedingungen nicht völlig im Automatismus verloren zu gehen.
Manchmal zeigt sich Freiheit nicht in großen Entscheidungen, sondern in kleinen Momenten:
in einer Grenze,
einem ehrlichen Satz,
einem bewussten Atemzug, oder darin, sich selbst nicht ganz aus dem Blick zu verlieren.
Vielleicht beginnt innerer Spielraum genau dort.